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Das Gesundheitsprinzip Ayurveda

Was ist Ayurveda überhaupt?

Ayurveda mit einem Wort zu beschreiben ist schwierig, denn er ist unglaublich vielseitig. Beinahe alle üblichen Definitionen des Ayurveda beginnen damit, den Begriff als solchen zu erklären:

Begriff

„Ayurveda“ setzt sich demnach aus dem Sanskrit Wort für „Leben“ = ayus und dem Wort „Veda“= Wissen, und heißt also sinngemäß „Wissen vom Leben“.

Ayurveda Selbstbeschreibung

Die ältesten überlieferten Schriften des Ayurveda sind die Samhitas.  Die Samitha des Gelehrten Caraka definiert Ayurveda gleich im ersten Kapitel :

„Gutes und schlechtes Leben, glückliches und unglückliches Leben, das, was dem Leben (oder anderen Lebewesen) zu- bzw. abträglich ist; das Maß des Lebens und seiner Komponenten, und das Leben selbst – wo all dies erklärt wird, das nennt man Ayurveda“

     Caraka Samhuta, Su I.41

Ayurveda beschäftigt sich damit, wie wir ein langes und gesundes Leben führen können. Im Gleichgewicht zu sein mit all unseren menschlichen Facetten, Eigenschaften, Bedürfnissen und Herausforderungen. Diese Ganzheitlichkeit bezieht sich nicht nur auf unsere Ernährung und unsere Verhaltensweisen, sondern auch darauf, welche Einflüsse unser Geist und unsere Seele haben.

Geschichte und Konzept

Ayurveda ist keine Zauberei und kein Hokuspokus! Ayurveda ist die Bezeichnung einer etwa fünftausend Jahre alten Gesundheitslehre, die aus dem Gebiet am Fuße des Himalayas stammt. Die zahlreiche Heil- und Diagnoseverfahren beinhaltende Lehre ist nicht nur in Indien und angrenzenden Ländern tief verwurzelt, auch in den Industriestaaten hat diese ganzheitliche Form der Medizin zahlreiche Anhänger und wird als komplementäre Methode von einer Reihe von Medizinern gefördert. Ayurveda ist ein Diagnose- und Behandlungssystem, das der altindischen Weltanschauung entstammt und u. a. Behandlungsmethoden wie Diäten, ausleitende Verfahren oder Meditation umfasst. Die Heilverfahren sind bereits in den vedischen Schriften, in denen das Jahrtausende alte Wissen der alten indischen Hochkultur überliefert wurde, erwähnt und werden seit etwa 2500 vor unserer Zeitrechnung angewandt.

In Europa hatte Ayurveda in der Zeit von Hippokrates von Kos (460 – 377 v. Chr.), dem großen Medizinmann der Antike, eine nicht unwesentliche Bedeutung. Vom Gründer der griechischen Heilkunde ist überliefert, dass er hauptsächlich mit den Mitteln der ayurvedischen Medizin arbeitete.

Im Vordergrund steht ein bestimmtes Bild vom Kranksein: Krankheiten drängen nach Ayurveda-Lehre von außen in den Körper ein, und aufgrund dessen spiele die Reinhaltung der Körperöffnungen eine zentrale Rolle. Dementsprechend kommen Maßnahmen zur Vorbeugung und Hygiene höchste Bedeutung zu. Ayurveda beinhaltet jedoch auch Diagnose- und Therapieverfahren und eine Medikamentenlehre. Mehr als zwei Drittel der indischen Bevölkerung wird heute mit Ayurveda-Medizin behandelt.

Bevor es die Pharmaindustrie gab, die uns mit mehr oder minder helfenden Medikamenten versorgt, wurde über Kräuter, Gewürze und Nahrungsmittel auf Gesundheit und Krankheit eingewirkt. Leider ist vieles von diesem Wissen heute nicht mehr bekannt. Alle Kräuter und Gewürze haben einen Einfluss auf unseren Körper. Ein sehr gutes Beispiel hierzu ist Chili. Ayurveda greift eben genau auf Kräuter und Gewürze zurück. Es ist eine sanfte Heilkunst. Ayurveda wirkt manchmal weniger schnell, dafür aber auch viel weniger belastend oder vergiftend, siehe Antibiotikum. Ayurveda betrachtet alles als Medizin, was hilft, Krankheiten zu beseitigen, ohne neue hervorzurufen.

Die Wissenschaft des Ayurveda besteht aus acht folgenden Gebieten:

Innere Medizin    Chirurgie    HNO- und Augenheilkunde    Pädiatrie und Gynäkologie

Toxikologie    Psychologie/Psychatrie    Wissenschaft der Verjüngung    Sexualmedizin

Definition Gesundheit aus ayurvedischer Sicht

Übergeordnetes Ziel ist es, die Gesundheit des Gesunden zu erhalten und die Krankheit des Kranken zu heilen.

Definition Gesundheit WHO

Diese Definition geht weit über unser landläufiges Verständnis von Gesundheit als „Abwesenheit von Krankheit“ hinaus und nimmt die Definition der WHO vorweg, wonach diese 

„Ein Zustand vollkommenen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefinden wird heute als Gesundsein definiert.“

 (Weltgesundheitsorganisation, WHO, 1946).

Warum Ayurveda in der heutigen Zeit?

Warum aber sollte ein mehrere tausend Jahre altes medizinisches System, das in einem über 5000 Jahre alten Texten beschrieben wird, für uns heutige, moderne Menschen, die Zugang zu allen Finessen der modernen Medizin haben, relevant und überhaupt eine nähere Betrachtung wert sein?

Wo genau im Ayurveda liegt eigentlich die Faszination für die Menschen des Westens.

Ist es Indien, „my incredible India“, das Land der Farben, der Räucherstäbchen, Elefanten und Gurus?

Ayurveda heute:

Es sind drei Grundprinzipien, die den Ayurveda auch und gerade in heutiger Zeit so wertvoll machen:

-die ganzheitliche Betrachtung des Menschen mit Körper, Psyche und Spiritualität,

– die Betrachtung von Gesundheit nicht nur aus einer Perspektive des „Reparierens, wenn etwas kaputt ist“ 

– der individualistische Ansatz des Ayurveda, nach dem jeder Mensch in seiner konkreten   Konstitution, Entwicklung, Lebensumstände und Umgebung betrachtet werden muss, um förderliche Ernährung, Lebensstil und auch Therapien zu entwickeln

Ayurveda in der westlichen Medizin

Ayurveda in der westlichen Medizin laut WHO

Tatsächlich führt die WHO das steigende Interesse an traditionellen bzw. komplementärmedizinischen Ansätzen in den entwickelten Ländern auf eine zunehmende Unzufriedenheit mit den bestehenden Gesundheitssystemen und auf ein Interesse an ganzheitlicher Behandlung und Prävention zurück (WHO 2013).

Von der WHO ist Ayurveda als traditionelles medizinisches System anerkannt und als eines der ältesten medizinischen Systeme der Welt beschrieben.

(WHO Traditional Medicine Stragegy 2002-2005, Document WOH/EDM/TRM/2002.1). WHO

Ayurveda und Schulmedizin

Wie passt Ayurveda nun mit dem westlichen Gesundheitssystem zusammen? 

Die indische Heilkunst steht nicht in Konkurrenz zur Schulmedizin, sie kann aber ergänzend dazu angewendet werden, wenn die Therapieerfolge mit moderner Medizin ausbleiben wie bei vielen chronischen Beschwerden. Ayurvedische und konventionelle Medizin können ohne weiteres miteinander kombiniert werden. Im Ayurveda steht das Individuum mit seinen Lebensbedingungen im Vordergrund. Der Patient soll lernen, was er selbst für sich tun kann, um seine Gesundheit zu fördern. Unser moderner Lebensrhythmus ist sehr schnell geworden. Viele Leute leiden unter Stress und Spannungszuständen und fühlen sich vom Multitasking überfordert. Ayurveda kann da Hilfestellung leisten und den Patienten helfen, sich wieder mehr Zeit für sich und seinen Körper zu nehmen.

Die Schulmedizin behandelt die Krankheit, jedoch nicht den Auslöser. Bei der ayurvedischen Medizin ist es umgekehrt. Hier kümmert sich der Mediziner von Anfang an um den Auslöser der Krankheit und versucht diesen zu beseitigen. Das hat zur Folge, dass in vielen Fällen eine Heilung erfolgt. Ein Magengeschwür könnte auf Stress hindeuten, auf eine ungesunde Lebensweise, falsche Ernährung und ähnliches. Ziel ist es, gemeinsam mit dem Patienten den Auslöser zu finden und dagegen vorzugehen. Der Betroffene ist dazu aufgerufen, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich um sein Wohlbefinden zu kümmern. Was bedeutet ayurvedisch Vorsorgen? Handeln und sich spüren lernen.

Was also bedeutet Ayurveda

Ayurveda ist ein Gesundheitsprinzip     Ayurveda ist ein Lebenskonzept

Ayurveda ist eine Lebenshaltung        Ayurveda ist die Wissenschaft vom Leben

Bestandteile des Ayurveda

Ernährung, Ölmassagen- und Ölbehandlungen, Entgiftung, Reinigung, Meditation und Körperpflege, Geistpflege, Yoga

Prinzip des Ayurveda

Das Kernstück im Ayurveda stellen die fünf Elemente dar (Erde, Wasser, Feuer, Luft, Raum (Äther)

Die Elemente und Ihre Eigenschaften

Mikrokosmos und Makrokosmos

Die ayurvedische Lehre betrachtet den Menschen als Mikrokosmos (quasi als eigenes Universum) im Makrokosmos (unsere Erde/ Umwelt). Daraus wird gefolgert, dass die fünf oben genannten Elemente der Natur (Makrokosmos) auch in uns (Mikrokosmos) gleichermaßen zu finden sind:

Feuer: Stoffwechsel (z.B. Verdauung), Intelligenz (Stoffwechsel des Geistes)
Wasser: Verdauungssäfte, Speichel, flüssige Bestandteile des Blutes

Erde: Feste Strukturen (Knochen, Knorpel, Muskeln, Haut, Haare)
Luft: Bewegung (Herzschlag, Ein & Ausatmen, Muskelbewegung)
Äther: Alle Hohlräume (Nase, Atemwege, Brust- und Bauchraum, Magen-Darm-Trakt)

Die Bioenergien, die Doshas

Diese fünf Naturelemente formieren sich zu den drei Doshas, unseren Bioenergien Vata, Pitta, Kapha.  Die drei Doshas – man könnte auch „Temperamente“ dazu sagen – sind für die Grundeigenschaften und die individuelle „Konstitution“ des einzelnen Menschen verantwortlich. Sie bestimmen außerdem miteinander sämtliche Funktionen und Abläufe des menschlichen Organismus und der Psyche.

Vata:  Raum und Luft        Pitta:  Feuer (und etwas Wasser)    Kapha: Erde und Wasse

Die “Doshas” sind die Grundlage für das Verständnis von Ayurveda.

Da in jedem Menschen bei seiner Geburt die verschiedenen Elemente unterschiedlich stark ausgeprägt sind, geht Ayurveda von einer großen menschlichen Individualität aus. Jeder einzelne von uns ist mit besonderen körperlichen und seelischen Stärken und Schwächen ausgestattet.

Das Prinzip der Doshas

Auch, wenn die Doshas verschiedene, wenn nicht gar gegensätzliche Qualitäten besitzen, arbeiten sie doch als funktionelle Einheit zusammen. Das heißt, sie kontrollieren und balancieren einander. Und das funktioniert ähnlich wie bei einer Wippe! 

Es gibt insgesamt sieben verschiedene Konstitutionen:

Vata    Pitta   Kapha    Vata-Pitta    Vata-Kapha    Pitta-Kapha    Tridosha

Ihr Zusammenspiel bestimmt über seine Stärken und Schwächen, seine Krankheitsanfälligkeit, die Wechselwirkung zwischen Organismus und Psyche sowie seine Reaktionen auf Ernährung, Arzneien, klimatische Einflüsse oder Sinneseindrücke. Die Doshas sind wechselseitig voneinander abhängig und müssen, um Erkrankungen zu verhindern, miteinander so weit wie möglich in Einklang gebracht werden.

Nach solch traditioneller Vorstellung zeichnet es einen gesunden Menschen aus, sein Lebenskonzept und die Beziehung zu seiner Umwelt in einer stabilen Balance zu halten. Ist dieses Gleichgewicht gestört, sendet der Körper „Signale“ aus. Werden diese ignoriert, entwickeln sich Krankheitssymptome. Dominiert ein Dosha die anderen oder ist es krankhaft geschwächt, so komme es vor allem zu schädlichen Ablagerungen von Giftstoffen und „Schlacken“ („Ama“). Die daraus resultierenden Beschwerden sollen durch entsprechende Gegenmaßnahmen ausgeglichen werden. 

Der Vata-Typ

Bei einem ausgeglichenen Vata-Dosha sind Menschen dieses Typs kreativ, positiv, spontan und in Harmonie mit sich und der Umwelt.

Menschen mit vorherrschendem Vata-Dosha sind nicht sonderlich belastbar. Sie reagieren schnell gereizt und sind sensibel, oft gestresst und nervös. Plötzliche Veränderungen der Lebenssituation, physische und psychische Überlastung, ein Mangel an Pausen und Entspannung, sowie Genussmittelmissbrauch, führen zu einem Ungleichgewicht von Vata. Auch feuchtkaltes, windiges Wetter oder kalte, trockene Speisen tun dem Vata-Typ nicht gut.

Typische Beschwerden und Krankheiten bei einer Störung des Vata-Doshas sind:

Schwindelgefühle, Schlafstörungen, Depressionen, Gelenkbeschwerden, Verdauungsstörungen

Bluthochdruck

Der Pitta-Typ

Ist das Pitta-Dosha ausgeglichen, fühlt sich der Mensch zufrieden, unternehmungslustig, voller Energie und innerer Ruhe.

Menschen, mit vorherrschendem Pitta-Dosha verfügen über viel Energie und gute Gesundheit. Sie sind robust und muten sich oft zu viel zu. Hitze macht Personen mit ausgeprägtem Pitta-Dosha zu schaffen. Sie vertragen weder intensive Sonnenbestrahlung noch sehr heiße Mahlzeiten. Auch stark gewürzte oder fettige Speisen sollten sie meiden.

Typische Beschwerden und Krankheiten bei einer Störung des Pitta-Doshas sind:

starkes Schwitzen, Hautkrankheiten, Neigung zu Entzündungen, Sodbrennen, Magengeschwüre

aggressives Verhalten

Der Kapha-Typ

Ein ausgeglichenes Kapha-Dosha zeigt sich durch körperliche Stärke, Vitalität, Nachsichtigkeit, gesunde Gelenke und seelische Stabilität.

Menschen mit vorherrschendem Kapha-Dosha sind beständige Zeitgenossen, welche nichts so schnell aus der Ruhe bringt. Für sie ist es besonders wichtig, auf ein gutes Verhältnis von Passivität und Aktivität zu achten, denn Unterforderung führt bei ihnen zu negativem Stress. Übermäßiges und ungesundes Essen führen ebenso zu einer Störung des Kapha-Doshas, wie Bewegungsmangel, feuchtkaltes Wetter und zu viel Schlaf.

Typische Beschwerden und Krankheiten bei einer Störung des Kapha-Doshas sind:

abnormale Kälteempfindlichkeit, Erkrankungen der Atemwege, Diabetes, Depressionen

Neigung zu Allergien. Wasseransammlungen

Angeborene Konstitution – Pakriti

Prakriti ist die „Natur“, im Individuum seine individuelle, natürliche Konstitution. Diese Prakriti ist ein Zusammenspiel aus Vata, Pitta und Kapha. Sie ist angeboren, wird beeinflusst durch Lebensalter, Tageszeit und Jahreszeit. Wenn man seiner Konstitution gemäß lebt, ist man im Gleichgewicht und kann all seine Kräfte, Möglichkeiten und Fähigkeiten entfalten. Man muss allerdings besonders darauf achten, sein vorherrschendes Dosha nicht zu übertreiben – sonst wird es zu stark.

Erworbene Konstitution – Vikriti

Die Doshas sind unausgeglichen.

Vikriti ist das was man aktuell lebt und von seiner Prakriti abweicht. Wenn die Vikriti zu sehr von der Prakriti weg ist, können Krankheiten, Unzufriedenheiten, Nervosität, Müdigkeit etc. sich manifestieren. Es gilt, das Dosha, das zu viel geworden ist, zu reduzieren, und wieder seiner Natur gemäß zu leben.

Disharmonie der Doshas

entsteht durch konstante negative Faktoren wie übermäßige oder einseitige Ernährung, ungesunden Lebensstil, mangelnde Bewegung, Stress, ungünstiges Klima, Umweltgifte/Verschmutzung, Trauma und genetische Disposition. Dies kann zu Erkrankungen führen. Ein wesentlicher Bestandteil der Ayurveda Medizin ist die vorausschauende Strategie, Krankheiten durch frühzeitiges Behandeln vorzubeugen.

Störungen des Vata – Dosha

Auswirkungen eines Ungleichgewichts von Vata Dosha

Erhöhtes Vata kann sich ausdrücken in Schlaflosigkeit, Verwirrung, Furcht, trockener     Haut und Problemen des Bewegungsapparates (Arthrose, Rheuma, etc.). Um die psychophysiologische Balance von Vata zu erhalten, werden sich wahrscheinlich Pitta     und Kapha einschalten.

Störungen des Pitta – Dosha

Auswirkungen eines Ungleichgewichts von Pitta Dosha

Nehmen wir an, dass Pitta – Feuer – erhöht ist, so werden sich, ganz bemüht um Ausgleich, die kühlenden Qualitäten von Vata und Kapha einschalten. Ganz pauschal lässt sich ein Pitta- Ungleichgewicht auf psychischer Ebene an Gereiztheit (Emotionen wie Wut, Hass, und Eifersucht dominieren) ablesen. Auf körperlicher Ebene ruft es Entzündungen und Hautprobleme hervor.  

Störungen des Kapha – Dosha 

Auswirkungen eines Ungleichgewichts von Kapha – Dosha

Ein Kapha Vikriti kann sich äußern indem die Erhöhung und das Haften an Dingen und Menschen, die Gier, der Neid und die Lethargie zunehmen. Körperlich wird ein     erhöhtes Kapha deutlich durch Gewichtszunahme, Erkrankungen wie Diabetes oder Asthma. 

Gesundheitsstadien

Der Ayurveda unterscheidet 6 verschiedene Stadien der Krankheitsentwicklung:

  •  Akkumulation: milde Zunahme eines Doshas in seinem Hauptsitz (bedingt durch Ernährung, Witterung, Jahreszeiten, Emotionen)
  • Provokation/Entstehung des Übermaßes: starke Ansammlung
  • Ausbreitung: das provozierte Dosha breitet sich über Blut und Zirkulation im Körper aus
  • Festsetzung: das gestörte Dosha setzt sich in einem geschwächtem Gewebe fest
  • Manifestation: klinische Symptome treten offen zutage. Strukturelle Veränderungen: Gewebe werden zerstört, Krankheit wird chronisch oder unheilbar

(Quelle: „Selbstheilung mit Ayurveda“, Vasant Lad, O.W.Barth Verlag und „Das Praxis-Handbuch Ayurveda, Hans H.Rhyner, Urania Verlag)

Nach Dr. Vasant Lad kann man die Balance in den ersten zwei Stufen durch eigene Verhaltensänderungen wieder herstellen. Ab der Stufe „Ausbreitung“ benötigt man schon Hilfe eines Ayurveda-Spezialisten. H. Rhyner erläutert, dass man bei korrigierenden Maßnahmen nur innerhalb der ersten drei Stadien von Prävention sprechen kann. Danach ist es klar medizinisch.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass der schulmedizinische Ansatz Krankheit erst im 4. Stadium wahrnimmt, wenn sich körperliche Symptome zeigen. Vorher gilt der Mensch als gesund.

Ziel der Anwendung

Ayurveda dient der Vorbeugung und Erhaltung von dauerhafter Gesundheit bis ins hohe Alter. Es entgiftet und reinigt den Körper und ist hilfreich zur Genesung und Erholung nach akuten und chronischen Krankheiten.

Regelmäßige Anwendungen

Ergebnisse regelmäßiger Ayurveda-Behandlung sind: klare Augen, eine reine Haut, ein gestärktes Nervensystem und ein verjüngtes Aussehen.

Behandlungsmethoden

Um die in „Dysbalance“ befindlichen Doshas wieder zu harmonisieren, werden unter anderem Fastenkuren, Ölmassagen, Bäder, ausleitende Verfahren wie Erbrechen, Einläufe oder Aderlass, verschiedene Meditationsformen wie Yoga oder transzendentale Meditation sowie Farb-, Musik- und Aromatherapie angewandt.

Außerdem setzt der Ayurveda rund 5000 Pflanzen in unterschiedlichen Zubereitungsformen – häufig kombiniert mit Mineralien und Metallen – ein. Mehrere tausend Substanzen in Obst, Gemüse, Kartoffeln und Vollkornprodukten, meist der Gruppe der sogenannten sekundären Pflanzenstoffe zuzurechnen, sollen dabei u. a. krebs- und entzündungshemmend, verdauungsfördernd, blutdrucksendend und antioxidativ wirken.

Statt Medikamenten erhält der Patient einen Ernährungsplan, der auf ihn abgestimmt wurde. Die Massagen und Meditationstechniken lösen Energiestaus, was bedeutet ayurvedisch, dass die Lebensenergie wieder fließt und die Blockaden durch die Selbstheilungskräfte abnehmen.

Inzwischen versuchen Pharmakonzerne mit großem Aufwand, indische Heilpflanzen pharmakologisch zu untersuchen, um einzelne Wirkstoffe oder Wirkstoffkomplexe zu isolieren und zu vermarkten. 

Anwendungsgebiete

Ayurveda teilt Beschwerden nicht in die uns bekannten Kategorien ein, sondern beschäftigt sich mit jedem Element individuell. Was in der westlichen Schulmedizin als Krankheit behandelt wird, gilt in der ayurvedischen Lehre als Symptom und als Folge eines Ungleichgewichts der Doshas.

Körperpflege & Kosmetik    Herz- und Kreislauf    Augen    Gynäkologie    Verdauungssystem

Mental-psychische Störungen    Neurologische Störungen    Stoffwechsel    Muskel / Knochen

Atemwege    Haut    Urologie

Bei Ayurveda Behandlungen werden disharmonische Doshas wieder ins Gleichgewicht zu bringen und damit den Beschwerden die Grundlage und die antreibende Kraft zu entziehen.

Im Bereich der Präventivmedizin konnten Erfolge ayurvedischer Methoden bereits durch seriöse wissenschaftliche Studien nachgewiesen werden. In einer Untersuchung in den USA wurden über 5 Jahre Ayurveda praktizierende Personen mit der Gesamtbevölkerung verglichen. Es zeigte sich, dass jene, die bestimmte Ayurveda-Programme regelmäßig ausübten, um 56 % weniger Krankenhauseinweisungen zu verzeichnen hatten, wobei überdies deutlich geringere Einweisungen bei den häufigsten 20 Krankheitsarten feststellbar waren – etwa ein Rückgang um 87 % bei Herz-Kreislauferkrankungen, um 55 % bei malignen Tumorerkrankungen, um 87 % bei neurologischen Erkrankungen und um 73 % bei HNO- und pulmologischen Erkrankungen.

Mit zunehmendem Alter konnte bei der meditierenden Gruppe im Vergleich zu den Durchschnittswerten der jeweils gleichen Altersgruppe ein geringerer Bedarf an medizinischer Versorgung festgestellt werden. Der Rückgang lag bei der Altersgruppe der Personen über 40 Jahre bei 67 %¹.

Ayurveda kurz und knapp

Ayurveda ist das Wissen für ein langes, glückliches und gesundes Leben. Ayurveda ist natürlich und ganzheitlich, zeitlos und gleichzeitig modern. Seine Anwendung ist einfach und unabhängig davon, woher wir stammen und wo wir leben, welche Vorlieben und Abneigungen wir haben. Sein Geheimnis liegt in seinem ganzheitlichen Ansatz und dem Wissen um unsere Einheit mit der Natur und ihren Gesetzmäßigkeiten. Der Ayurveda zeigt uns den Weg zu einem Leben im Gleichgewicht – die Grundlage für vollkommenes Wohlbefinden, natürliche Schönheit und dauerhafte Gesundheit.

Zusammenfassung

Ayurveda kommt im Vergleich zur modernen Medizin, die primär eine Heilkunde ist, in drei Bereichen zur Anwendung:

Ayurveda bietet als Gesundheitsvorsorge mit umfangreichen Richtlinien zu unserer Ernährungs- und Lebensweise einen essentiellen Beitrag zur Krankheitsvorbeugung.

Ayurveda geht als Lebensphilosophie auf alle Facetten eines individuellen Lebens ein und unterstützt uns in wichtigen Aspekten sozialer, emotionaler und seelischer Harmonie.

Ich hoffe, diese kleine Einführung in die Ayurveda Ernährung hat deine Lust auf Ayurveda geweckt und dir einen kleinen Überblick verschaffen können. Wenn du bereits Erfahrung mit dem Thema hast oder eine Frage über die ayurvedische Ernährung hast, dann freue ich mich von dir zu lesen.

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